Neu im Breyeller Gewerbegebiet Berger Feld: Fabian Bahnen ist mit seiner Gitarrenwerkstatt von Grefrath nach Breyell gezogen. Und das hat mehrere Gründe.

von Uli Rentzsch
Breyell 24. Februar 2026 Seine elektrischen Gitarren heißen Hannelore, Wilma und Theo. Das klingt ungewöhnlich. Und jüngst begrüßte das Trio einen Neuzugang: Gertrud komplettiert jetzt das Quartett. Diese vier Modelle wurden entworfen und in Handarbeit gefertigt von Fabian Bahnen. Dabei orientierte er sich im weitesten Sinne an den Fendermodellen Stratocaster (Theo), Telecaster (Hannelore) und der Jazzmaster (Wilma) und verknüpfte die Gitarren mit einer eigenen Idee und seinem persönlichen Stil. Die Komposition mit den Merkmalen einer Fender Telecaster und einer Gibson Les Paul, einer Mischung also aus zwei weltberühmten Gitarrenmodellen, eben diese „Gertrud“, hängt nun im Showroom von Fabian Bahnen Guitars und darf gerne ausprobiert werden. Nicht nur alle Gitarristinnen und Gitarristen ahnen: Die Gitarrennamen haben etwas Familiäres. „Stimmt genau“, sagt Fabian Bahnen, „das sind alles Namen aus der engen Verwandtschaft.“ In diesem Zusammenhang fällt der Name „Hans“. Und ein Gedanke passt dazu: „Bald möchte ich meine erste akustische Gitarre bauen.“
Der Gitarrenbauer ist jüngst mit seiner Werkstatt von Grefrath nach Breyell umgezogen. Hier hat er jetzt genügend Raum, so viel sogar, dass er sich die Halle am Berger Feld 22 mit anderen teilen kann. Eine kleine Werkstattgemeinschaft ist entstanden, wobei der Gitarrenbau von Fabian Bahnen die treibende Kraft ist. Auf der Suche nach einer neuen Werkstatt brauchte es auch ein wenig Glück. Zunächst passte die Größe am Berger Feld nicht in Bahnens Konzept. Andere Hallen dagegen hatten keine Heizung oder keine Toilette. „Keine einfache Suche“, wie Bahnen sagt. Aber nun, in der Gemeinschaft, lässt sich vieles realisieren. Maschinen konnten angeschafft werden, Räumlichkeiten optimal genutzt werden. Und nicht zu vergessen: „Da ich mit meiner Familie selbst in Breyell wohne, ist der Weg zur Arbeit auch wesentlich kürzer geworden.“
Schon in Grefrath hatte Fabian Bahnen die Kooperation mit Stephan Huth gepflegt. Diese Zusammenarbeit wird nun in Breyell fortgeführt. Stefan Huth, mit seiner Firma Touch Guitars lange Zeit in Aldekerk ansässig, konzipiert außergewöhnliche Gitarren: beispielsweise einen Achtsaiter, der mit einer besonderen Spieltechnik, dem so genannten Tapping, eine immense Bandbreite erzeugen kann. Einen kleinen Einblick gibt es hier.
Standardware, Gitarren von der Stange, gibt es bei Fabian Bahnen nicht. Tatsächlich kann sich der Kunde seine ganz persönliche Gitarre erschaffen lassen, „wenn alle Komponenten lieferbar sind und wenn es technisch auch Sinn macht“, fügt Fabian Bahnen hinzu. Was ist mit dem Birnbaum aus dem eigenen Garten? „Ja, klar, wenn das Holz trocken genug ist, kann es in die Gitarre eingearbeitet werden.“ Und die Platte von Omas massiven Esszimmertisch? Oder die Mahagonistufenbretter? Ja, sicher: Man braucht natürlich Mindestmaße. Der Phantasie sind grundsätzlich keine Grenzen gesetzt. Nur: Es müsse halt passen. Auch bei Fabian Bahnens eigenen Modellen gibt es noch genügend Spielraum, um die Gitarre mit einer unverwechselbaren Persönlichkeit zu versehen. „Vom ersten Gespräch bis zum ersten Spielen vergeht übrigens etwa ein halbes Jahr“, sagt Fabian Bahnen, der betont, dass Geduld und Sorgfalt vor Schnelligkeit stehen: „Holz muss ruhen dürfen.“ Apropos Geduld: Fabian Bahnen in Aktion gibt es hier zu sehen.
So bevorzugt Fabian Bahnen eine Art Baukastensystem, wenn er mit Kunden über eine neue Gitarre spricht: Die Stimmmechaniken, die Kopfplatte, Tremolosystem ja oder nein, welches Schlagbrett, wohin mit der Kabelbuchse – all diese Komponenten lassen sich individuell kombinieren. Dabei ist ein Gitarrenbauer ein Allrounder. Tiefgreifende Kenntnisse über das Material Holz sind eine unverzichtbare Voraussetzung, um eine Gitarre ein Leben lang spielen zu können. Eine einwandfreie Lackierung, ein stimmiges Konzept der Elektronik, die Verdrahtung der Pickups, das Zusammenspiel von unterschiedlichen Materialien, das genaue Zeichnen der Gitarre am Computer, hier kommen mehrere Gewerke zusammen. „So wie bei Theo, Wilma, Hannelore und jetzt auch Gertrud“, sagt Fabian Bahnen.
Übrigens: Neben dem Bau neuer Gitarren bietet Fabian Bahnen auch einen Reparaturservice an, nicht nur für Elektrogitarren: Vom grundsätzlichen Gitarren-Setup bis hin zu einer möglicherweise aufwendigen Aufarbeitung eines alten Familienstücks.
Fabian Bahnen Guitars findet man im Berger Feld 22 in Nettetal-Breyell. Am einfachsten gelingt ein Kontakt über die Telefonnummer 0163 7312633, um einen Termin zu vereinbaren. Weitere Informationen auch im Internet unter www.fabianbahnenguitars.de oder bei Instagram unter „fabianbahnenguitars“.
Der Artikel erschien ein leicht veränderter Form zuerst in der Viersener Lokalausgabe der Rheinischen Post am 21. Januar 2026.
