Der neue Leiter der NetteKultur Ullrich Matthaeus dreht bereits an vielen Stellschrauben. Und das Werner-Jaeger-Forum wird auch noch in diesem Jahr eröffnet. Die Kultur in Nettetal schiebt sich nach vorne.

Nettetal (red) 15. Dezember 2025 Einen spürbar frischen Wind hat Ullrich Matthaeus ins Nettetaler Kulturleben gebracht – so lautete der parteiübergreifende Eindruck der Mitglieder des Kulturausschusses. Der neue Leiter der NetteKultur, von Haus aus Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter, wird für seine transparentere Ausrichtung der Programmangebote und seinen klaren Blick auf die wirtschaftlichen Aspekte des städtischen Kulturbetriebs gelobt. Frischer Wind – das heißt nicht, dass Matthaeus‘ Vorgänger Roger Dick in verstaubten Zimmern gearbeitet hätte. Nein, sicher nicht, nur: Jetzt ist es anders.
Denn: Gleichzeitig herrschte im Ausschuss Einigkeit darüber, dass Roger Dick über mehr als drei Jahrzehnte hervorragende und verlässliche Arbeit geleistet habe. Unter seiner Verantwortung wurden die kulturellen Strukturen der Stadt gestärkt und die Basis geschaffen, auf der Matthaeus nun aufbauen kann. Also so: Die aktuelle Dynamik sei daher als Weiterentwicklung einer erfolgreichen Grundlage zu verstehen.
Seit knapp vier Monaten im Amt, „dreht“ Matthaeus – so der Tenor im Ausschuss – engagiert an vielen Stellschrauben, um zusätzliche Bewegung in den Kulturbetrieb zu bringen. Dazu zählen verstärkte Social-Media-Aktivitäten, die Aktivierung seines umfangreichen Netzwerks sowie neue strategische Überlegungen im Bereich Marketing. Große Hoffnung setzt er zudem auf die Eröffnung des Werner-Jaeger-Forums, dessen Spielbetrieb voraussichtlich im Spätsommer 2026 beginnt.
Spürbar sei, dass Matthaeus mit seiner Erfahrung, seinem künstlerischen Bauchgefühl und seiner offenen Art neue Türen öffnen könne – auch dort, wo lange kaum Spielräume gesehen wurden. So konnten bereits namhafte Künstler wie Ingolf Lück oder Christoph Sieber verpflichtet werden.
Ein zentrales Ziel des neuen Leiters bleibt die Entwicklung eines möglichst diversen Programms, das alle Alters- und Zielgruppen erreicht. Voraussetzung dafür sei – darin war sich der Ausschuss einig – weiterhin ein hoher Qualitätsanspruch sowie die Berücksichtigung aller Stadtteile. Auch Kooperationen mit städtischen Bereichen wie Gleichstellung oder Stadtbücherei sowie mit externen Veranstaltern sollen zukünftig stärker genutzt werden, um Synergien und kreatives Potenzial zu bündeln.
Das Facelift des „Besonderen Programms“, nun unter dem neuen Titel „Kleinkunst / Crossover“, zeigt sich in der Spielzeit 2026/2027 in insgesamt 16 Veranstaltungen mit breiterem Repertoire – darunter Travestie, Akrobatik und ein Live-Podcast. Dass sich bekannte Namen wie die „Söhne Mannheims“ bereits für einen Auftritt im Werner-Jaeger-Forum angekündigt haben, dürfte ebenfalls auf den neuen Impuls zurückzuführen sein. Neu ist außerdem der Markentitel „Junges Theater“ für das Programmangebot für Kinder und Jugendliche. Hier möchte Matthaeus stärker mit Agenturen abseits des Mainstreams zusammenarbeiten, um neue Ideen und frische Inspirationen nach Nettetal zu bringen.
Auch die Klassik-Reihe erhält neue Akzente: Titel wie „Liszt meets Queen“ oder Ensembles wie das Duo Hachidai Saito und Georgy Voylochnikov versprechen moderne Interpretationen, ausdrucksstarkes Spiel und ein neues Publikumserlebnis – unter anderem in der Kultur-Aula am Kornblumenweg in Kaldenkirchen.
